Mich erreichen immer wieder die selben Fragen, was bei einem Steuerberaterwechsel alles zu beachten ist. Daher möchte ich die häufigsten Fragen in Form eines FAQ beantworten.

Kann mein Steuerberater nach der Kündigung Daten oder Informationen an Dritte oder das Finanzamt weitergeben?

Ganz klares Nein. Gemäß § 57 Abs. 1 StBerG haben Steuerberater ihren Beruf verschwiegen auszuüben. Eine Weitergabe von Informationen/Daten ist somit nicht möglich. Schon die Bekanntmachung, dass Sie ehemals Mandant waren, wäre unzulässig. Die gewissenhafte Berufsausübung von Steuerberatern wird von Steuerberaterkammern überwacht. Auch die Verschwiegenheitspflicht.

Entsteht durch einen Wechsel mehr Aufwand für mich?

Durch einen Wechsel entsteht für Sie kein großer Aufwand. Sie müssen den Steuerberatungsvertrag mit Ihrem Vorberater kündigen. Anschließend wird sich Ihr neuer Steuerberater komplett um die Datenübernahme kümmern. Sofern die Stammdaten durch den Vorberater gut gepflegt waren entsteht dann auch keine große Nacharbeit.

Kann ich den Steuerberater jederzeit wechseln?

Grundsätzlich gilt die Kündigungsfrist in Ihrem Steuerberatungsvertrag. Haben Sie keinen Steuerberatungsvertrag unterzeichnet ist eine Kündigung jederzeit möglich. In vielen Steuerberatungsverträgen wird zudem festgehalten, dass eine Kündigung jederzeit möglich ist.
Auch bei einer längeren Kündigungsfrist ist eine Kündigung unter Umständen möglich, da es sich bei der Steuerberatung um Dienste höherer Art handelt. Das Vertragsverhältnis kann daher, bei gestörtem Vertrauensverhältnis, oft fristlos gekündigt werden.

Lohnt sich ein Steuerberaterwechsel um Kosten zu sparen?

Das kommt auf den Einzelfall an. In vielen Fällen lohnt sich ein Steuerberaterwechsel nur um Kosten zu sparen nicht. Steuerberater sind, um Preis-dumping zu verhindern und eine hohe Qualität in der Bearbeitung zu gewährleisten, an eine Gebührenverordnung gebunden. Diese setzt für viele Tätigkeiten einen Mindest-Betrag fest, welcher abgerechnet werden muss.

Gibt es Zeitpunkte zu denen man den Steuerberater nicht wechseln sollte?

Ein Wechsel des Steuerberaters am 09. oder 10. eines Monats ist bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen aufgrund der Umsatzsteuer-Voranmeldung meist schwierig umzusetzen. Oft muss dann die letzte Umsatzsteuer-Voranmeldung noch vom Vorberater erstellt werden. Gleiches gilt für die Lohnabrechnung. Am Tag vor der Lohnabrechnung ist ein Wechsel meist ebenfalls nicht sinnvoll.

Kann mein Steuerberater Unterlagen zurückbehalten?

Die Unterlagen und die Arbeitsergebnisse des Steuerberaters gehören Ihnen. Bestehen aber offene Gebührenrechnungen kann der Vorberater unter Umständen Unterlagen zurückbehalten.

Was passiert im Fall einer Betriebsprüfung?

Da im Rahmen der Übernahme sämtliche relevanten Daten übernommen werden, und dies meist für die letzten drei bis 5 Jahre, gibt es im Fall einer Betriebsprüfung keine Probleme. Die Betriebsprüfung kann durch Ihren neuen Steuerberater betreut werden. Auskünfte durch den Vorberater müssen nur in Einzelfällen erteilt werden.

Sie haben weitere Fragen? Kontaktieren Sie mich gerne direkt.

Steuerberaterwechsel – FAQ
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